Was passiert mit den Fotos?

Fotos die im Rahmen dieses Projektes und mit Eurer Unterstützung entstehen, erscheinen hier auf hacker.photos unter einer CC-Lizenz. Solange niemand erkennbar ist und auch Property Releases nicht dagegen sprechen, werden sie unter CC0 veröffentlicht, also gemeinfrei zur Verfügung gestellt.

Fotos, auf denen jemand erkennbar ist oder sein könnte, werden unter CC BY 4.0 zur Verfügung gestellt. Das dient ein bisschen dem Schutz der Persönlichkeitsrechte und des Privatsphärenschutzes. Denn selbst wenn ein Bild unter dieser Lizenz zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt wird, gilt immer noch das Recht der erkennbaren Personen, Einspruch gegen eine missbräuchliche Verwendung erheben zu können.

Als Models solltet Ihr wissen, dass Eure Fotos nicht missbräuchlich eingesetzt werden dürfen, auch wenn Ihr eine Veröffentlichungsfreigabe erteilt habt. Das gilt zwar auch für die CC0-Lizenz, mit CC BY 4.0 (Namensnennung) wird dem Nutzer aber signalisiert, dass die Urheberin bekannt und erreichbar ist – und auch den Kontakt zur abgebildeten Person herstellen kann, damit diese vor einer Verwendung gefragt werden kann. Aus meiner Erfahrung wird bei der CC BY 4.0 eher mal nachgefragt, ob das Foto für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden darf.

Aber natürlich muss allen klar sein: Ein einmal in Umlauf gebrachtes Foto ist schwer wieder zurück zu holen. Bei gestellten Stockfotos geht es aber auch weniger darum das Gesicht präsent in die Kamera zu halten. Dazu habe ich mehr hier geschrieben.

Ziel von hacker.photos

Ziel ist es, eine Art wachsenden Foto-Inspirations-Wiki für Stockfotograf*innen und Medienmenschen zu schaffen. Es wird also nicht darum gehen, vom gleichen Motiv möglichst viele verschiedene Variationen zur Verfügung zu stellen. Sondern darum, konkrete Motive bereitzustellen, die zwar möglichst selbsterklärend sind. Die wir aber auch in einem Begleittext zusätzlich erklären.

So helfen wir sowohl Stockfotograf*innen als auch Redakteur*innen, sich in der realen Hacker-Welt zurecht zu finden. Und darauf aufbauend eigene Motive zu entwickeln.

Für sie gilt es auch, Motive zu finden, die die Fragen beantworten:

Wie sieht ein Hack aus? (sowohl an einem Computer, als auch physisch)
Und wie sieht dagegen ein Crack aus? (s.o.)

Welche Auswirkungen/Ergebnisse hat idealerweise ein Hack. Und für wen?
Und welche Auswirkungen/Ergebnisse hat fatalerweise ein Crack? Und für wen?

Solche Unterschiede visuell darzustellen ist sicher eine Herausforderung. Aber nicht unmöglich.

Dieser Artikel ist zunächst auf dem ehemaligen, einst für das Projekt eingerichteten Blog project.hacker.photos erschienen. Ich habe ihn im Dezember 2020 hierher umgezogen.

5 Comments

  • atdotde

    Sehr guter Aufschlag. Ich fürchte nur, damit die Fotos wirklich auch im kommerziellen Umfeld (Presse) benutzbar sind, darf es auch von abgebildeten Personen klar sein, dass die Verwendungsmöglichkeit universell und non-revocable ist. Sonst schwebt ueber jeder Veröffentlichung das Damoklesschwert, dass die Zustimmung zurückgezogen werden kann, was im Zweifel sehr teuer wird. Daher halte ich es für kontraproduktiv Einschränkungen wie “nicht für Parteien” oder “nicht für Atomkraftwerke” oder “nur für gute Artikel” zu machen, auch wenn ich die Motive, die hinter so etwas stehen, verstehe. CC0 und CC-BY sind beides gute Lizenzen, lösen aber dieses Problem nicht, da sie nur das Verhältnis zwischen Urheber:in (Fotograf:in) und Veröffentlichung, aber nicht die Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten regeln.

    • sandra

      Diese Persönlichkeitsrechte, unabhängig von DSGVO und Co, waren schon immer unantastbar. Selbst ein Model, das in einem Model Release unterschrieben hat, dass die von ihm verwendeten Fotos frei nutzbar sind, hatte schon immer das Recht, Einspruch gegen eine missbräuchliche Verwendung zu erheben. Siehe zum Beispiel hier: https://www.lhr-law.de/magazin/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht/lg-frankfurt-am-main-verletzung-des-persoenlichkeitsrechts-trotz-model-release-vertrag. Und darum geht es auch oben.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei Fotos unter CC-BY-Lizenz eher mal gefragt wird, ob ein Foto für einen bestimmten Zweck verwendet werden darf, als bei der CC0, obwohl bei beiden Lizenzen die Persönlichkeitsrechte einer abgebildeten Person über die im Model Release festgelegten hinausgehenden (missbräuchlichen) Zwecke gewahrt bleiben. Ist reine Psychologie.

      Aber ja, den Models muss natürlich bewusst sein, dass ein einmal in Umlauf gebrachtes Fotos nur schwer wieder vollständig “rückrufbar” ist. Trotzdem sollten Models auch wissen: Wenn ihr Foto missbräuchlich verwendet werden sollte, haben sie trotz Veröffentlichungsfreigabe immer noch Rechte.

      Ich formuliere es oben mal konkreter.

    • sandra

      Ein Lösungsansatz könnte aber auch sein, dass wir die Fotos nur für Editorial-Zwecke zur Verfügung stellen. Also nicht für kommerzielle Werbung, nur zu Berichterstattungszwecken.
      Dann ist es aber keine Free Culture Lizenz. Hm…

  • Robert

    Ich mache gelegentlich Pressearbeit für den muCCC (den Münchner Erfakreis). Wenn man da mit einer Zeitung über ein abstraktes Thema spricht, ist immer wieder die Frage, wie man das bebildert. Und das führt dann eben zu leuchtenden Keyboards, Typen in Hoodies, die auf grün leuchtende Monitore starren.
    Da haette ich gerne eine möglichst grosse und strukturierte Bildersammlung, wo sich der arme Journalist bedienen kann. Für den ist es dann wichtig, dass er das auch kann und alle Rechte geklärt sind. Irgendwelche Einschränkungen führen dann in der Schnelle dazu, dass die Bilder nicht benutzbar sind. Und die müssen auch bearbeiten koennen (Zuschnitt, Farben anpassen etc).
    CC-BY ist da eine gute Lizenz, aber schon -SA, -NC oder -ND gehen nicht. Und die abgebildeten Personen müssen einer CC-BY Veröffentlichung in allen Medien zugestimmt haben und keine schwer überprüfbaren Einschränkungen (“nicht pollitisch”, “nicht für Atomkraftwerke” oder so) gemacht haben.
    Das wäre jedenfalls meine Vision. Und am besten wäre es, wenn das ganze von der Community getragen wäre und weniger an Einzelpersonen hängt. Aber wie immer: Dein Projekt, deine Entscheidung und vor allem: wer macht hat Recht.

    • sandra

      Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich mich oben verständlich ausgedrückt habe: Der Urheber eines Fotos mit einer erkennbar abgelichteten Person muss gar nichts einschränken. Auch bei Fotos, wo eine erkennbar abgelichtete Person ihre Erlaubnis für die uneingeschränkte Veröffentlichung gegeben hat, greifen im MISSBRAUCHSFALL weiterhin Persönlichkeitsrechte. Das ist so unveränderliches Recht wie das Urheberrecht, das (anders als in den USA zB) nicht abgetreten werden kann.

      Beispiel:
      Ein Stockfotomodel, das offenkundig symbolisch für ein Symbolfoto gepost hat, wird namentlich in einer Veröffentlichung genannt und es wird persönlich mit der dort abgebildeten kriminellen Handlung in Verbindung gebracht. Dann greift das Persönlichkeitsrecht des Models, ganz gleich ob es einer uneingeschränkten Veröffentlichung zugestimmt hat, oder nicht.

      z. B. ein Stockfotomodel, das für ein Motiv als “rechter Hooligan” Model gestanden hat, und später namentlich in den Medien als solcher veröffentlicht wird, hat natürlich auch weiterhin das Recht, eine Veröffentlichung abzulehnen (oder zurückziehen zu lassen), weil der Kontext falsch dargestellt wird und rufschädigend ist, etc.

      Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass jeder Mensch auch dann noch bestimmte Rechte über Fotos behält, wenn er einer uneingeschränkten Veröffentlichung zugestimmt hat.

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