The hacker kids are alright

Seit 2016 dokumentiere ich Events wie die alljährliche CodeWeek-Auftaktveranstaltung in Hamburg und den ebenso regelmäßigen Jugend-Hackathon Jugend hackt Hamburg. Und ich trage damit dazu bei, dass in der Wahrnehmung der Menschen ein anderes Bild von jungen Entwickler*innen ankommen kann, als das des blassen Kinds mit Hornbrille, das isoliert ohne Freunde im abgedunkelten Zimmer sitzt und stumpf in einen Monitor starrt.

Ich freue mich, wenn ich von Teilnehmer*innen erfahre, dass sie sich anmelden durften, nachdem die Eltern meine Fotos vom Vorjahr gesehen haben, weil “das ja gar nicht so kriminell und dubios aussieht, wie man meinen könnte.”

Denn das “Hacken” in “Jugend hackt” sorgt auch hier, wie so oft, für Irritationen.

Und ich freue mich, wenn mir erzählt wird, dass Eltern und Jugendliche auf ein CodeWeek-Plakat aufmerksam geworden sind, das sie positiv überrascht hat. Weil “die Kinder so echt und begeistert und überzeugend rüber kamen.”

CodeWeek Hamburg
CodeWeek Hamburg 2017

Das lag vermutlich nicht zuletzt daran, dass diese Kids echt, begeistert und überzeugt sind: Die drei habe ich auf vergangenen Hack-Events kennengelernt und sie dort gewissermaßen in ihrem natürlichen Umfeld fotografieren können. Statt Kinder-Models mit Profi-Mimik und -Posen konnte ich also echte Hacker-Kids für die CodeWeek-Kampagne fotografieren. Kids, die den Umgang mit Computern gewohnt sind, die das Miteinander bei Hackathons kennen, und die das Klischee-Bild vom Nerd-Kellerkind einfach miteinander weggelacht haben.

Fotos, die neugierig machen

Solche Fotos sind wichtig, um Kinder – vor allem Mädchen – auf den Spirit des Hackens neugierig zu machen. Und um auch jenen zu zeigen, die nicht in einem nerdigen Umfeld aufwachsen: Das machen nicht nur Jungs. Alle sind ein Team. Alle begegnen sich mit Respekt. Alle haben Spaß.

Kein Text kann mit einem Blick so neugierig machen, wie ein Foto. Und auch für Eltern ist wichtig zu sehen: Den Kids geht es offensichtlich gut. Sie werden gut und sicher begleitet. Und sie sind am Ende stolz darauf, ihr Ergebnis präsentieren zu können.

Authentische Fotos in echter Kulisse

Diesen Spirit, diese echte Begeisterung rüberzubringen, das gelingt da besonders gut, wo sich alle wohl fühlen, wo sich niemand verstellen muss. Da wo “es” passiert, da, wo die Magie stattfindet.

Solche Fotos wünsche ich mir 2020 von Teilnehmenden des #37c3. Und dafür brauche ich Euch!

Photos, please!

Ich weiß und ich verstehe: Ihr seid zurückhaltend damit, Euer Gesicht beim Congress (und auch sonst) in die Kamera zu halten. Das kann viele gute Gründe haben, und die sind zu respektieren.

Ich zähle trotzdem auf einige von Euch. Und was mir vorschwebt, erzähle ich Euch im nächsten Beitrag.

Dieser Artikel ist zunächst auf dem ehemaligen, einst für das Projekt eingerichteten Blog project.hacker.photos erschienen. Ich habe ihn im Dezember 2020 hierher umgezogen.

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